Depressionen, Burn-out

Depressionen, Burn-out

Die Selbsthilfe Osttirol veranstaltet flächendeckend Infoabende zum Thema über Depression und Burn-out

Acht Informationsveranstaltungen zum Thema „Angst – Depression – Burn-out“ führte die Selbsthilfe Osttirol in den Gemeinden in Osttirol bereits durch. Martin Schmidt, Psychiatrischer Leiter des Bezirkskrankenhauses Lienz, Christine Rennhofer-Moritz von der Selbsthilfe Osttirol und Wolfgang Rennhofer, Betroffener und Leiter der Selbsthilfegruppe Depression und Menschen mit Angst-u. Panikattacken standen kürzlich auch in Gaimberg allen Interessierten und Betroffenen Rede und Antwort.
„Wir konnten von allen Seiten für Aufklärung sorgen, also von der medizinischen, von der Seite der Betroffenen und auch aus der Sicht der Angehörigen“, erklärt Rennhofer-Moritz.

Selbsthilfe-SchmidtPrimar Martin Schmidt, Christine Rennhofer-Moritz und Wolfgang Rennhofer (v.l.)

Dass dieses Thema bewegt, zeigt die bisherige Resonanz. „In Kartitsch kamen rund 80 Leute zur Informationsveranstaltung“, so Rennhofer-Moritz. Auch in Virgen, Matrei, Debant oder im Defereggental war das Interesse groß.
Wichtig sei jedenfalls, dass eine Depression als Krankheit betrachtet werden müsse. Und zwar als eine, die mittlerweile gut behandelbar ist. Weshalb man dies auch dringend tun sollte. „Gewisse seelische Störungen gehören nicht zum Leben“, betont Schmidt.  Allerdings wüssten in Osttirol viele gar nicht, dass sie an einer Depression leiden. Untersuchungen aus dem Jahr 2011 zeigen jedoch, dass 8,3 % der Bevölkerung stark gefährdet sind.
Wie genau sich ein Burn-out oder eine Depression äußert, erklärt Wolfgang Rennhofer. Er hatte selbst jahrelang mit der Krankheit zu kämpfen. „Mit der Zeit spielt der ganze Körper verrückt, was darin gipfelt, dass man mit dem Leben einfach abschließen will“, so Rennhofer.
Dass dabei gut gemeinte Ratschläge eher hinderlich sind, musste auch seine Frau erkennen. „Ratschläge sind auch Schläge, weshalb ich monatelang lernen musste, wie ich mit seiner Situation umgehen soll.“
Um anderen diese langen Lernprozesse zu ersparen, geben Schmidt, Rennhofer und Moritz-Rennhofer ihr Wissen bei den Infoabenden weiter. „Denn eines sollte man wissen: Ohne Hilfe kommt man aus einer Depression nicht mehr heraus“, weiß Schmidt.