Beschreibung

Am 4. Juli 2016 wurde das Bezirkskrankenhaus Lienz als erstes Krankenhaus in Tirol mit dem Gütesiegel „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ ausgezeichnet.

Das Gütesiegel steht für eine „gelebte“ PatientInnenorientierung des Krankenhauses und fördert gleichzeitig auch ein systematisiertes Entlassungsmanagement unter aktiver Kooperation mit dem Zweigverein Selbsthilfe Osttirol.
Ziel der Zusammenarbeit ist es, die bestehenden Formen der Kooperation zwischen dem Zweigverein Osttirol und seinen Mitgliedern, d.s. themenbezogene Selbsthilfegruppen und der professionellen stationären Versorgung gezielt und auf verbindliche Weise zu fördern und zu festigen.

Die Kooperation erfolgt unter Berücksichtigung der spezifischen Kultur des Krankenhauses und lokaler Besonderheiten.
Nutzen der Zusammenarbeit zwischen Krankenhaus und Selbsthilfe

Für das Krankenhaus:
  • Die Handlungskompetenz der verschiedenen Berufsgruppen wird durch das Erfahrungswissen der Betroffenen erweitert (Beitrag zur bedarfsorientierten Versorgung). Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Selbsthilfegruppen als Ergänzung der professionellen Arbeit gesehen werden.
  • Die Behandlung/Versorgung der Patienten wird durch praktische und psychosoziale Unterstützung ergänzt.
  • Selbsthilfefreundlichkeit als ausgewiesenes Qualitätsmerkmal stellt einen Beitrag zur Patientenorientierung dar und unterstützt die Qualitätsentwicklung
  • Imageverbesserung, da damit ein deutliches Signal in gelebte Patientenorientierung gesetzt wird.
Für die Patienten:
  • Selbsthilfegruppen erleichtern Patienten den Übergang vom stationären in den ambulanten Bereich, weil sie Ansprechpartner im extramuralen Bereich sein können.
  • Patienten können die nachfolgend angeführten „Kernleistungen“ von Selbsthilfegruppen nutzen (Quelle: Wirkung von Selbsthilfegruppen auf Persönlichkeit und Lebensqualität – Janig, 2005) und so das Leben mit einer chronischen Krankheit leichter bewältigen:

Auffangen – das Gefühl geben, nicht alleine zu sein
Ermutigen – mit der neuen Situation umzugehen
Informieren – durch Vorträge von Fachleuten, Literaturhinweise …..
Orientieren – im Austausch mit anderen die eigene Situation relativieren lernen
Unterhalten – gesellschaftliche und freundschaftliche Bindungen

  • Patienten und deren Angehörige erhalten Informationen, Hilfestellungen und Unterstützung in ihrer aktuellen schwierigen Lebenssituation. Selbsthilfegruppen sind aber kein Ersatz für eine professionelle Versorgung, sondern eine sinnvolle Ergänzung. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt in der alltäglichen Lebensbewältigung.
  • Durch den Selbsthilfe-Ansatz wird die aktive Auseinandersetzung der Patienten mit ihrer schwierigen Lebenssituation gefördert, was ihnen u.a. auch ermöglicht, ihre Bedürfnisse und Anliegen besser zu artikulieren.
  • Die Patienten erleben eine patientenfreundliche Versorgung und können bereits vor, während und natürlich auch nach (z.B. durch Integration der Selbsthilfe in das Entlassungsmanagement) der stationären Behandlung Informationen und Unterstützung durch die Selbsthilfegruppen erhalten.
Selbsthilfe allgemein:
  • Die Akzeptanz der Selbsthilfe wird erhöht und gefestigt.
  • Die Arbeitsweise der Selbsthilfegruppe, die auf der Erfahrungskompetenz der einzelnen Vertreter passiert, kann dargestellt werden.
  • Der regelmäßige Informationsaustausch mit unterschiedlichen Berufsgruppen trägt maßgeblich zur Qualitätsentwicklung der Selbsthilfe bei.
  • Die Selbsthilfeunterstützungsstelle (Selbsthilfe Osttirol) ist für die Kooperation eine wichtige Drehscheibe und Brückeninstanz
Beitrag der Kooperationspartner zur Zielerreichung

Das Krankenhaus erklärt sich bereit, die im Selbstbeurteilungsbogen dargestellten Maßnahmen zu den einzelnen Kriterien und die im Audit besprochenen Umsetzungsschritte, weiterzuführen bzw. umzusetzen. Sowohl der Selbstbeurteilungsbogen als auch der Auditbericht sind integraler Bestandteil der Kooperationsvereinbarung.

Der Zweigverein (Selbsthilfe Osttirol) verpflichtet sich zur laufenden Aktualisierung der Kontaktdaten der Selbsthilfegruppen und steht dem Krankenhaus als Anlaufstelle für Belange zum Thema Selbsthilfe zur Verfügung.

Historie zur Entwicklung des Gütesiegels:

Das Thema des Selbsthilfefreundlichen Krankenhauses wurde bereits in anderen Staaten bzw. Bundesländern umgesetzt.

Deutschland:
In Deutschland wurde das Shf-KH als Modellprojekt der KISS Hamburg in den Jahren 2004-2006 entwickelt. Nach der erfolgreichen Einführung wurde das Projekt auf das Bundeland Nordrhein-Westfalen ausgedehnt. Zudem wurden die Beurteilungskriterien in den aktuellen KTQ-Katalog (Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen) aufgenommen, so dass die „Selbsthilfefreundlichkeit“ nun bundesweit in einem anerkannten Qualitätssicherungsverfahren etabliert wurde.

Österreich:
Wien:
In Wien wurde in der Zeit von 2005-2010 im Rahmen des Projekts „PatientInnenorientierte integrierte Krankenbetreuung“ das Teilprojekt
Selbsthilfegruppen greifbar im Spital“ umgesetzt. Derzeit wird an einer
Ausweitung des Teilprojekts in Richtung „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“
gearbeitet.
Niederösterreich:
Im Jahr 2008 wurden durch den NÖGUS (Niederösterr. Gesundheits- und Sozialfonds) das Projekt „Selbsthilfefreundliches Klinikum“ gestartet, dabei wurden 3 der deutschen Kernkriterien für NÖ übernommen und im Oktober 2008 die ersten sieben Häuser zertifiziert; 2010 folgten weitere acht Krankenhäuser. Für 2011 haben sich weitere vier Krankenanstalten für die Zertifizierung beworben.
Kärnten:
Ende 2007 begann die Selbsthilfe Kärnten ebenfalls mit den Arbeiten zu einer Zertifizierung. Dabei wurden die 8 Kernkriterien des deutschen Modellprojekts voll übernommen, ebenso die Vergabekriterien. Unter der wissenschaftlichen Begleitung von Prof. Janig (FH Kärnten) wurde das Zertifikat entwickelt und im Juni 2009 konnten die fünf KABEG-Häuser zertifiziert werden. Ein weiteres Haus folgte im Oktober 2010.
Salzburg:
Der Dachverband Salzburg folgte den Vorgaben des DV Kärnten und hat in den
letzten Jahren ein ähnliches Konzept unter Mitarbeit von Prof. Janig erarbeitet.

Auditbericht zum Zertifizierungsverfahren des Bezirkskrankenhauses Lienz

In Summe müssen zehn (10) Kriterien erfüllt werden. Für die Erfüllung der einzelnen Kriterien werden bis zu drei (3) Sterne vergeben. Für die sich bewerbende Einrichtung gilt es mindestens je einen (1) Stern pro Kriterium und mindestens 18 dieser Sterne (60%) in Summe zu erreichen, um das Gütesiegel Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ zu erhalten. Dazu sind Ereignisse, Veranstaltungen, Aktivitäten, etc. anzuführen und zu belegen, welche für das jeweilige Kernkriterium relevant sind. Diese Dokumente dürfen nicht älter als drei (3) Jahre sein.

Für jedes Kriterium ist eine schriftliche Dokumentation auszuarbeiten und entsprechende Unterlagen wie Einladungen, Protokolle, Berichte, Fotos, etc. sind nach Zugehörigkeit zu den einzelnen Kriterien in einem Anhang zu dokumentieren.
Ergebnis des Audit-Berichts nach Durchführung des Audits vor Ort (ein Tag unter der Leitung des MCI):

Infrastruktur
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Die Einrichtung stellt den Selbsthilfegruppen ganzjährig Räumlichkeiten zur Verfügung, welche folgende Anforderungen erfüllen:

  • mind. 25m2 groß, Tageslicht, inkl. Reinigung und Zugang zur Teeküche
  • Ausstattung: PC und Besprechungsinsel für mindestens acht (8) Personen
  • Zusätzlich stellt die Einrichtung auf Anfrage für fünf (5) Anlässe pro Jahr einen größeren Vortragsraum zur Verfügung.

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Die Einrichtung stellt den Selbsthilfegruppen zweimal pro Woche für jeweils drei (3) Stunden Räumlichkeiten zur Verfügung, welche folgende Anforderungen erfüllen:

  • mind. 25m2 groß, Tageslicht, inkl. Reinigung und Zugang zur Teeküche
  • Ausstattung: PC und Besprechungsinsel für mindestens acht (8) Personen

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Die Einrichtung stellt den Selbsthilfegruppen auf Anfrage Räumlichkeiten zur Verfügung, welche folgende Anforderungen erfüllen:

  • mind. 25m2 groß, Tageslicht, inkl. Reinigung und Zugang zur Teeküche
  • Ausstattung: PC und Besprechungsinsel für mindestens acht (8) Personen

Bewertung:
Die Selbstbeurteilung des BKH Lienz sieht drei Sterne vor. Die Gutachter/-innen stimmen mit dieser Bewertung überein. Besonders betont wird die bereits schon jetzt in vielen Stationen umgesetzte Barrierefreiheit.
Ergebnis 2016: 3 Sterne

Aktive Information
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  • Im Rahmen des interdisziplinär organisierten Entlassungsmanagements wird über die Angebote und Möglichkeiten von Selbsthilfegruppen informiert.
  • In der Einrichtung wird außerdem eine Anlaufstelle organisiert, um Patienten/-innen aktiv mit den entsprechenden Selbsthilfegruppen in Verbindung zu bringen.
  • Während des stationären Aufenthalts werden Patienten/-innen zu den Selbsthilfe-Angeboten informiert. Die seitens der Einrichtung zusammengestellten Informationen werden mit dem Dachverband und/oder den regionalen Selbsthilfegruppen abgestimmt.
  • Ärzte/-innen werden eingeladen, im Arztbrief auf jeweils relevante Selbsthilfegruppen hinzuweisen, damit die niedergelassenen Kolleg/-innen nochmals auf das entsprechende Angebot verweisen können.

* *

  • Im Rahmen des interdisziplinär organisierten Entlassungsmanagements wird über die Angebote und Möglichkeiten von Selbsthilfegruppen informiert.
  • Während des stationären Aufenthalts werden Patienten/-innen zu den Selbsthilfe-Angeboten informiert. Die seitens der Einrichtung zusammengestellten Informationen werden mit dem Dachverband und/oder den regionalen Selbsthilfegruppen abgestimmt.

*

  • Während des stationären Aufenthalts werden Patienten/-innen zu den Selbsthilfe-Angeboten informiert. Die seitens der Einrichtung zusammengestellten Informationen werden mit dem Dachverband und/oder den regionalen Selbsthilfegruppen abgestimmt.

Bewertung:
Die Selbstbeurteilung seitens des BKH Lienz sieht einen Stern vor. Die Gutachter/-innen stellen fest, dass auf vielen Stationen im Rahmen des Entlassungsmanagements auf die Selbsthilfe hingewiesen wird. Eine Ausweitung dieser Praxis auf alle Stationen würde eine Bewertung mit zwei Sternen ermöglichen.
Die Gutachter/-innen empfehlen der SELBSTHILFE Tirol dem BKH Lienz die Möglichkeit der Nachbesserung einzuräumen.
Ergebnis 2016: 1 Stern

Passive Information
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  • Verankerung der SELBSTHILFE TIROL auf der Website: Die Einrichtung stellt auf der Startseite ihres Internet-Auftritts eine Verknüpfung zur Website der SELBSTHILFE TIROL her. Das Logo der SELBSTHILFE TIROL macht diese Verknüpfung sichtbar.
  • Die Einrichtung bietet im Eingangsbereich eine Informationstafel für Informationen der Selbsthilfegruppen an.
  • In Bereichen mit hoher Patientenfrequenz werden Informationsunterlagen zu den jeweiligen Selbsthilfe-Angeboten aufgelegt.
  • Der Raum wird in das bestehende Beschilderungssystem der Einrichtung mit der Formulierung „Besprechungsraum SELBSTHILFE TIROL“ integriert.

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  • Verankerung der SELBSTHILFE TIROL auf der Website: Die Einrichtung stellt auf der Startseite ihres Internet-Auftritts eine Verknüpfung zur Website der SELBSTHILFE TIROL her. Das Logo der SELBSTHILFE TIROL macht diese Verknüpfung sichtbar.
  • In Bereichen mit hoher Patientenfrequenz werden Informationsunterlagen zu den jeweiligen Selbsthilfe-Angeboten aufgelegt.
  • Der Raum wird in das bestehende Beschilderungssystem der Einrichtung mit der Formulierung „Besprechungsraum SELBSTHILFE TIROL“ integriert.

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  • Verankerung der SELBSTHILFE TIROL auf der Website: Die Einrichtung stellt auf der Startseite ihres Internet-Auftritts eine Verknüpfung zur Website der SELBSTHILFE TIROL her. Das Logo der SELBSTHILFE TIROL macht diese Verknüpfung sichtbar.
  • An mindestens einer gut zugänglichen Stelle im Eingangsbereich der Einrichtung werden verschiedene Broschüren zu Selbsthilfe-Angeboten sichtbar platziert.

Bewertung:
Die Selbstbeurteilung des BKH Lienz sieht drei Sterne vor. Die Gutachter/-innen stimmen mit dieser Bewertung überein
Ergebnis 2016: 3 Sterne

Kooperation
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  • Die Einrichtung und die SELBSTHILFE TIROL bzw. deren zuständiger Zweigverein veranstalten gemeinsam mindestens viermal jährlich öffentliche Informations-veranstaltungen zum Umgang mit spezifischen Krankheitsbildern. Dazu stellt die Einrichtung die entsprechende Infrastruktur und Vortragende bereit.
  • Die Einrichtung ist eingeladen, das Gütesiegel „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ parallel mit dem Logo der Einrichtung einzusetzen.
  • Das Gütesiegel „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ wird gut sichtbar am Haupteingang angebracht.

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  • Die Einrichtung und die SELBSTHILFE TIROL bzw. deren zuständiger Zweigverein veranstalten gemeinsam mindestens zweimal jährlich öffentliche Informations-veranstaltungen zum Umgang mit spezifischen Krankheitsbildern. Dazu stellt die Einrichtung die entsprechende Infrastruktur und Vortragende bereit.
  • Die Einrichtung ist eingeladen, das Gütesiegel „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ parallel mit dem Logo der Einrichtung einzusetzen.
  • Das Gütesiegel „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ wird gut sichtbar am Haupteingang angebracht.

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  • Die Einrichtung und die SELBSTHILFE TIROL bzw. deren zuständiger Zweigverein veranstalten gemeinsam mindestens einmal jährlich eine öffentliche Informationsveranstaltung zum Umgang mit spezifischen Krankheitsbildern. Dazu stellt die Einrichtung die entsprechende Infrastruktur und Vortragende bereit. Das Gütesiegel „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ wird gut sichtbar am Haupteingang angebracht.

Bewertung:
Die Selbstbeurteilung des BKH Lienz sieht einen Stern vor. Die Gutachter/-innen stimmen mit dieser Bewertung überein. Es wird angemerkt, dass das BKH Lienz wesentlich häufiger gemeinsame Informationsveranstaltungen organisiert als nur einmal jährlich. Allerdings wird nur ein Stern erreicht, da das BKH die Platzierung des Logos des Gütesiegels nicht parallel mit dem Logo der Einrichtung vornehmen möchte.
Ergebnis 2016: 1 Stern

Pressearbeit
* * *

  • Die Einrichtung unterstützt die jeweiligen Selbsthilfegruppen aktiv bei der Kommunikation der Selbsthilfe-Angebote an lokale und regionale Medien.
  • Die Einrichtung kommuniziert alle relevanten Selbsthilfe-Angebote in den hauseigenen Medien.

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  • Die sich bewerbende Einrichtung tritt anlassbezogen mit Vertretern/-innen der Selbsthilfe an die regionalen und lokalen Medien heran.
  • Die Einrichtung kommuniziert alle relevanten Selbsthilfe-Angebote in den hauseigenen Medien.

Bewertung:
Die Selbstbeurteilung des BKH Lienz sieht drei Sterne vor. Die Gutachter/-innen stimmen mit dieser Bewertung nicht überein und vergeben zwei Sterne. Nach Einschätzung der Gutachter findet die gemeinsame Pressearbeit anlassbezogen statt. Die Gutachter/-innen vermissen in der knappen Erläuterung der Selbstbewertung zum diesem Kriterium Informationen, inwiefern das BKH Lienz aktive Unterstützung der Pressearbeit der Selbsthilfe leistet.
Ergebnis 2016: 2 Sterne

Selbsthilfekoordinator/In
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  • Die Einrichtung nominiert eine für die Koordination der Selbsthilfe verantwortliche Person auf Leitungsebene sowie entsprechende Selbsthilfe-Beauftragte auf allen Stationen.
  • Selbsthilfekoordinatoren/-innen werden für Organisationsarbeiten im Umfang von mindestens zehn (10) Wochenstunden durch eine Bürokraft unterstützt.

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  • Die Einrichtung nominiert eine für die Koordination der Selbsthilfe verantwortliche Person auf Leitungsebene sowie entsprechende Selbsthilfe-Beauftragte auf allen Stationen.
  • Selbsthilfekoordinatoren/-innen werden für Organisationsarbeiten im Umfang von mindestens fünf (5) Wochenstunden durch eine Bürokraft unterstützt.

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  • Die Einrichtung nominiert eine für die Koordination der Selbsthilfe verantwortliche Person auf Leitungsebene sowie entsprechende Selbsthilfe-Beauftragte auf allen Stationen.

Bewertung:
Die Selbstbeurteilung des BKH Lienz sieht drei Sterne vor. Die Gutachter/-innen stimmen mit dieser Bewertung überein, weil engagierte Mitarbeiter/-innen auf den Stationen diese Rolle der Selbsthilfe-Beauftragten ausfüllen. Allerdings regen die Gutachter/-innen an, die Sichtbarkeit der Selbsthilfe-Beauftragten auf den Stationen zu erhöhen und diesen Personenkreis im Rahmen entsprechender Anlässe
auch als Selbsthilfe-Beauftragte anzusprechen. Derzeit haben sich Mitarbeiter/-innen auf den Stationen selbst für die Agenden der Selbsthilfe verantwortlich erklärt und wurden dafür nicht formell seitens der kollegialen Führung legitimiert.
Ergebnis 2016: 3 Sterne

Fort- und Weiterbildungen zum Thema Selbsthilfe
Zu den Fortbildungsveranstaltungen mit Bezug zur Arbeit der Selbsthilfe gehören Themen wie patientenzentrierte Kommunikation, informierter Patient, partizipative Entscheidungsfindung, Handhabung von Konflikten, berufsgruppen- und institutionsübergreifende interdisziplinäre Zusammenarbeit, integrierte Versorgung u.Ä..
* * *

  • Die Einrichtung verpflichtet sich zur Durchführung oder Ermöglichung von Fortbildungsveranstaltungen mit Bezug zur Arbeit der Selbsthilfe im Umfang von:
  • zwei (2) Stunden pro Jahr für leitendes Pflegepersonal und ärztliches Personal sowie
  • fünf (5) Stunden pro Jahr für alle anderen Mitglieder des pflegenden und ärztlichen Personals.
  • Diese Selbsthilfe-Fortbildungsveranstaltungen sind zumindest für leitendes oder beauftragtes Pflegepersonal verpflichtend.

* *

  • Die Einrichtung verpflichtet sich zur Durchführung oder Ermöglichung von Fortbildungsveranstaltungen mit Bezug zur Arbeit der Selbsthilfe im Umfang von:
  • einer (1) Stunde pro Jahr für leitendes Pflegepersonal sowie
  • drei (3) Stunden pro Jahr für alle anderen Mitglieder des pflegenden und ärztlichen Personals.
  • Diese Selbsthilfe-Fortbildungsveranstaltungen sind mindestens für leitendes oder beauftragtes Pflegepersonal verpflichtend.

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  • Die Einrichtung verpflichtet sich zur Durchführung von mindestens einer Fortbildung mit Bezug zur Arbeit der Selbsthilfe für das gesamte pflegende und ärztliche Personal.
  • Diese Selbsthilfe-Fortbildungsveranstaltungen sind mindestens für leitendes oder beauftragtes Pflegepersonal verpflichtend.

Bewertung:
Die Selbstbeurteilung des BKH Lienz sieht keinen Stern vor. Zwischen der Einreichung der Selbstbeurteilung und dem Audit wurden allerdings konkrete Maßnahmen veranlasst. Zum einen die Präsentation der Selbsthilfe Osttirol im Rahmen der Stationsleitersitzungen (ein- bis zweimal pro Jahr) sowie die Integration des Themas Selbsthilfe in weitere Schulungsaktivitäten (z.B. Welcome-Day für neue Mitarbeiter/-innen) Die Gutachter/-innen stellen daher fest, dass die Anforderungen zu diesem Kriterium in der Zwischenzeit erfüllt werden. Damit ist die Grundlage für die Vergabe eines Sterns gegeben.
Ergebnis 2016: 1 Stern

Qualitätsmanagement
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  • Die Einrichtung lädt die entsprechenden Selbsthilfegruppen oder den Dachverband SELBSTHILFE TIROL bzw. dessen jeweiligen Zweigverein alle drei Monate zur Mitwirkung in relevanten Foren (z.B. Qualitätszirkel oder in Form von Resonanzgruppen), welche die Einbindung anderer Organisationen des Sozial- und Gesundheitswesens der Region inkludieren, ein.
  • Vertreter/-innen der Einrichtung werden eingeladen, an Foren zur Sicherung der Qualität des Dachverbandes SELBSTHILFE TIROL bzw. dessen jeweiligen Zweigvereins teilzunehmen.

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  • Die Einrichtung lädt die entsprechenden Selbsthilfegruppen oder den Dachverband SELBSTHILFE TIROL bzw. dessen jeweiligen Zweigverein zweimal jährlich zur Mitwirkung in relevanten Foren (z.B. Qualitätszirkel oder in Form von Resonanzgruppen), welche die Einbindung anderer Organisationen des Sozial- und Gesundheitswesens der Region inkludieren, ein.
  • Vertreter/-innen der Einrichtung werden eingeladen, an Foren zur Sicherung der Qualität des Dachverbandes SELBSTHILFE TIROL bzw. dessen jeweiligen Zweigvereins teilzunehmen.

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  • Die Einrichtung lädt die entsprechenden Selbsthilfegruppen oder den Dachverband SELBSTHILFE TIROL bzw. dessen jeweiligen Zweigverein einmal jährlich zur Mitwirkung in relevanten Foren (z.B. Qualitätszirkel oder in Form von Resonanzgruppen), welche die Einbindung anderer Organisationen des Sozial- und Gesundheitswesens der Region inkludieren, ein.
  • Vertreter/-innen der Einrichtung werden eingeladen, an Foren zur Sicherung der Qualität des Dachverbandes SELBSTHILFE TIROL bzw. dessen jeweiligen Zweigvereins teilzunehmen.

Bewertung:
Die Selbstbeurteilung des BKH Lienz sieht einen Stern vor. Die Gutachter/-innen stimmen mit dieser Bewertung überein. Die Gutachter/-innen regen an, dass die Einladung seitens des BKHs explizit an die Obfrau des Zweigvereins „Selbsthilfe Osttirol“ gerichtet wird. Derzeit ist diese Einbindung der Selbsthilfe noch nicht institutionalisiert, da die Einladung an die Leiterin des Pflegeheims, die „zufällig“ auch auch Obfrau der Selbsthilfe ist, gerichtet wird.
Ergebnis 2016: 1 Stern

Erfahrungsaustausch
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  • Die Leitung der Einrichtung führt mit dem Dachverband SELBSTHILFE TIROL oder dem entsprechenden Zweigverein mindestens einmal jährlich ein Abstimmungsgespräch.
  • Ärzte/-innen oder das Pflegepersonal werden eingeladen, aktiv den Erfahrungsaustausch mit Vertreter/-innen der Selbsthilfe zu pflegen. Das kann auch die Einbindung in Teambesprechungen beinhalten.

Bewertung:
Die Selbstbeurteilung des BKH Lienz sieht drei Sterne vor. Die Gutachter/-innen stimmen mit dieser Bewertung überein.
Ergebnis 2016: 3 Sterne

Vereinbarung
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  • Die Einrichtung dokumentiert im Rahmen Ihrer Selbstbeurteilung den aktuellen Stand ihrer selbsthilfebezogenen Aktivitäten. Die mit der Erfüllung der Kriterien verbundenen Aufgaben werden in einen Kooperationsvertrag mit der SELBSTHILFE TIROL integriert und die Einrichtung verpflichtet sich zur Unterfertigung dieses Vertrages im Rahmen der Verleihung des Gütesiegels „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“.

Bewertung:
Die Selbstbeurteilung des BKH Lienz sieht drei Sterne vor. Die Gutachter/-innen stimmen mit dieser Bewertung überein.
Ergebnis 2016: 3 Sterne

Zusammenfassung

Die Gutachter/-innen sprechen sich für die Verleihung des Gütesiegels „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ ohne Auflagen zur Nachbesserung aus. Gleichzeitig sprechen die Gutachter/-innen Empfehlungen zur Nachbesserung aus, die allerdings nicht als Auflagen verstanden werden sollen. Diese Empfehlungen beziehen sich auf folgende Kriterien:

Aktive Information
Die Selbstbeurteilung seitens des BKH Lienz sieht einen Stern vor. Die Gutachter/-innen stellen fest, dass auf vielen Stationen im Rahmen des Entlassungsmanagements auf die Selbsthilfe hingewiesen wird. Eine Ausweitung dieser Praxis auf alle Stationen würde eine Bewertung mit zwei Sternen ermöglichen.

Die Gutachter/-innen empfehlen der SELBSTHILFE Tirol dem BKH Lienz die Möglichkeit der Nachbesserung einzuräumen.

Selbsthilfekoordinator/-in
Die Selbstbeurteilung des BKH Lienz sieht drei Sterne vor. Die Gutachter/-innen stimmen mit dieser Bewertung überein. Allerdings regen die Gutachter/-innen an, die Sichtbarkeit der Selbsthilfe-Beauftragten auf den Stationen zu erhöhen.

Qualitätsmanagement
Die Selbstbeurteilung des BKH Lienz sieht einen Stern vor. Die Gutachter/-innen stimmen mit dieser Bewertung überein. Die Gutachter/-innen regen an, dass die Einladung der Obfrau des Zweigvereins in die entsprechenden Gremien explizit in ihrer Rolle als Vertreterin der Selbsthilfe erfolgt.

Hinsichtlich der Bewertung weichen die Gutachter/-innen in zwei Punkten von der Selbstbeurteilung des
BKH Lienz ab. Dabei handelt es sich um folgende Kriterien:

Pressearbeit
Die Selbstbeurteilung des BKH Lienz sieht drei Sterne vor. Die Gutachter/-innen stimmen mit dieser Bewertung nicht überein und vergeben zwei Sterne. Nach Auskünften des Zweigvereins der Selbsthilfe Tirol findet die gemeinsame Pressearbeit anlassbezogen statt. Die Gutachter/-innen vermissen in der knappen Erläuterung der Selbstbewertung zu diesem Kriterium Informationen, inwiefern das BKH Lienz aktive Unterstützung der Pressearbeit der Selbsthilfe leistet.

Fort- und Weiterbildung zum Thema Selbsthilfe
Die Selbstbeurteilung des BKH Lienz sieht keinen Stern vor. Die Gutachter/-innen stimmen mit dieser Bewertung nicht überein. Die Gutachter/-innen stellen fest, dass die Selbsthilfe ihr Angebot regelmäßig bei den leitenden Pflegekräften vorstellt. Damit ist die Vergabe eines Sterns angebracht.

Das Gesamtergebnis der Begutachtung 2016 beträgt 21 von 30 möglichen Sternen.
Die Gutachter empfehlen daher dem Dachverband der Selbsthilfe Tirol, die Verleihung des Gütesiegels „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ für das Krankenhaus Lienz vorzunehmen.

Für die Begutachtungskommission:

Julia Fischer
Dachverband der Selbsthilfe Tirol

Siegfried Walch
Management Center Innsbruck