Gesundheitsförderung bei Magen- und Darmerkrankung
BKH LIENZ, Vortragssaal, 4. Stock
SAMSTAG ,  12. OKTOBER 2019
14:00 – 17:30 Uhr
Bericht von Annette Huber- Ansprechpartnerin ÖMCCV – Osttirol

Gemeinsam mit der CED- Nurse Anita Beyer, konnten wir am 12.10.2019, im Vortragssaal des BKH Lienz einen sehr informativen und unterstützenden Workshop für CED- Betroffene und interessierte Angehörige veranstalten. Der Einladung folgten 12 Personen, die selbst von CED betroffen sind und auch interessierte Angehörigen, die ihre Kinder bzw. jungen Erwachsenen oder Partner in der Problematik begleiten
und unterstützen. Die Altersgruppe gestaltete sich von > 20 Jahre bis ca. < 70 Jahre. Es gelang uns, das Interesse in Osttirol und auch den Mut eine Veranstaltung zu CED Erkrankungen zu besuchen, für neue Besucher bzw. Betroffene zu erweitern. Die Unterstützung durch die Sponsoren und die Organisation der ÖMCCV- Zweigstelle Tirol-Osttirol, ermöglichte das Angebot an Tipps und die Informationen zur
Krankheitsbewältigung der CED mit vielen hilfreichen Broschüren und praktischem Anschauungsmaterial, verständlich zu machen.
So hatten wir Informationen zum Thema: „ Die CED-App“- „Was sind Biologika“- „Freundschaften, Beziehungen“- „Ihr Alltag mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa“- „ Stress und Bewältigungsstrategien“- „Ernährung“- „Urlaub und Reisen“. Oder den informativen „ Patientenratgeber“- „Alles was Recht ist/ Patientenrechte“.
Auch stand zum Gebrauch und der Anwendung von Biologika eine Kühltasche für den Transfer dieser Medikamente oder ein sogenanntes „ Startpaket“ oder ein Reisepass für Biologika bzw. auch andere notwendige Dauermedikationen zur Information bereit.
Die Unterstützung eines „ CED-Patiententagebuches“- oder Unterlagen wie z. Bsp. die „CED-Disk“ für die Schilderung der Probleme und Belastungen beim Arztgespräch bei „Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn“, wurden im Workshop mit CED- Nurse, Betroffenen und Angehörigen erarbeitet.Viele Fragen, Schilderungen von Erlebnissen und immer wiederkehrenden Belastungen, wie die richtige oder falsche „ Ernährung bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn“ oder Ängste zu Behandlungen bzw. Therapien wie die „ Kortikosteroid Therapie- bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen“, oder „Infektionen vermeiden- Darmflora und Immunsystem stärken“, auch „ Impfungen und Untersuchungen“, konnten anhand der Präsentation und Information durch die CED- Nurse DGKP Anita Beyer angesprochen werden.
Wo wende ich mich bei Fragen, Ängsten und Belastungssituationen hin??? Wen kann ich erreichen??? Wer ist auch betroffen??? Antworten sind durch die Information zu der möglichen Selbsthilfe der ÖMCCV und den Netzwerken der ÖGGH, CED- Nursing Austria und der SVA möglich. Durch die Information im Workshop und die Betroffenen Gespräche, den Austausch von Broschüren, Internetadressen und Apps, können Fragen hilfreich beantwortet werden.
Viele CED Erkrankte sind durch die Vielfalt möglicher Krankheitsbilder und extraintestinaler Manifestationen verunsichert, die Darmgesundheit scheint oft „unerreichbar“, viele Patientenfragen zu CED“- wie zur „Familienplanung, Schwangerschaft und Stillzeit“- oder auch „ Beschwerden im Analbereich“- sind tabuisiert und belasten Betroffene in ihrer Krankheitsbewältigung und Lebensgestaltung sehr.
Am Beispiel des „Notfallpaketes“- konnten Betroffene oder auch Angehörige, für mögliche Lösungen sensibilisiert werden. Was brauche ich oder mein Angehörigen, wenn die Erkrankungen mich heraus fordern und ich trotzdem einem normalen Lebens-und Arbeitsalltag bewältigen will?
Zu dem bestehenden Vorschlag eines Notfall Paketes wurden noch folgende Materialien ergänzt: Einmalhandschuhe (schwarz), Einmalwaschlappen, Waschlotion, Einmalhandtuch, Peristeen-Analtampon, Stuhlproberöhrchen, Einlagen verschiedenster Formen und Pants, eine „ Barriere Creme“ zur Optimierung der natürlichen Schutzfunktion/ Hautschutzmantel, Müllsäckchen (schwarz).

Für das leibliche Wohl, für gesunde und trotzdem „ köstliche“ Ernährung, sorgte ein kleiner Imbiss in der Pause, der Alternativen für Lactose oder auch Gluten Unverträglichkeit bereithielt.
Die Gespräche und der praktische Austausch an Erfahrungen und möglichen Hilfen, war bei allen Teilnehmern war sehr aktiv. Auch die Mitnahme von Informationsmaterial und „ Notfallpaketen“ wurde gerne genutzt.
Nach unserer Pause, wurden wir alle in die Methodik der Bauchhypnose begleitet.
Ziel der Bauchhypnose :
Verdauungsbeschwerden reduzieren- Körperliche und psychische Kraft stärken- Ruhe und Gelassenheit entwickeln- Schlafstörungen lindern und loslassen können-  Mehr Lebensfreude entwickeln
Dank unserer Sponsoren, standen für alle Teilnehmer Yoga-Matten und Decken-als Nackenrollen, für eine entspannte Liegeposition zur Verfügung.
Frau Mag. Katja Lukasser leitet alle Teilnehmer in der Gruppe gemeinsam zur Hypnose Methode für den Bauch an. Eine sehr interessante Erfahrung, die von allen Teilnehmern als angenehm und entspannend empfunden wurde. Die vertiefte Atmung und Beruhigung, konnte alle Beteiligten wahrnehmen und bestätigten eine mögliche positive Wirkung bei regelmäßiger Übung.
Der Wunsch, weitere Möglichkeiten zur Übung der Bauchhypnose in der Gruppe zu organisieren, entstand beim Erfahrungsaustausch. Frau Mag Lukasser steht für die Organisation gerne zur Verfügung, es sind aber auch jederzeit Einzeltermine möglich.
Im Namen aller TeilnehmerInnen und Referenten bedanken wir uns alle bei der ÖMCCV Tirol, der Selbsthilfe Tirol- Zweigverein Osttirol und den Sponsoren, die diesen Workshop ermöglicht haben.
Alle TeilnehmerInnen hoffen auf weitere informative und hilfreiche Veranstaltungen zum Thema – Darmgesundheit- Hilfe für CED Betroffene.
In diesem Sinne… auf ein baldiges Wiedersehen – Viel Freude, Gesundheit und Wohlbefinden : ) !
Annette Huber- Ansprechpartnerin ÖMCCV – Osttirol